Premierenabend – in doppelter Hinsicht

“Nennen Sie ein dynamisches, interaktives Medium!”

Günther Jauch könnte sicherlich wieder einige Lacher ernten, wenn auf dem Auswahltableau plötzlich “Lokalzeitung” stehen würde. HaPe Kerkeling schuf mit dem Grevenbroicher Tageblatt und dem stets angeschäkerten Lokalredakteur Horst Schlemmer die ultimative Kombination, um auf größtmöglichen Abstand zum Holzmedium zu gehen.

Doch so sehr ich mich auch anstrenge – ein angestaubtes Bild hinterließ weder das Team der Rheinzeitung, noch der Kreis der anwesenden Leserschaft am heutigen Premierenabend. Obgleich (oder gerade weil?) der Altersdurchschnitt des heutigen Abends deutlich über 40 gelegen haben wird, gab es angeregte Diskussionen – soviel Engagement dürften sich wohl die Macher auch von der Zielgruppe unter 40 wünschen.

Premiere hatte das neue Layout der Rheinzeitung, dass im Herbst diesen Jahres kommen wird. Aus Fehlern der Vergangenheit und des wenig geliebten Relaunches 1997 zog man die Lehren und führte einen Fokusgruppentest durch. So heißt es im Fachjargon der Marketingschaffenden – die anwesenden Leser der Rheinzeitung dürfen es zu Recht: “Einen netten Abend!” nennen.

Als Vehikel, den konstruktiven Geist anzuschieben, dienten Volkswagenmodelle, wie der Käfer oder der Ur-Golf. Chefredakteur Christian Lindner machte deutlich, wie lieb man diese Modelle gewonnen hat, dass aber auch die Technik voran geschritten ist und es an der Zeit sei, dem stabilen Chassis verbesserte Bauteile zu spendieren.

Die Koblenzer Lesergruppe war heute der Auftakt für eine Reise durch das RZ-Land, die in den kommenden Tagen und Wochen stattfindet und dem Feinschliff am Produkt dient. Etwaige Betriebsblindheit der Macher wird dabei durch die Lesermeinungen kompensiert und neue Anregungen werden mit aufgenommen.

Insgesamt blieb bei den anwesenden Koblenzern die positive Einschätzung, dass mit den Überarbeitungen ein gangbarer Weg gefunden worden ist. Details der Befragung lasse ich vorerst außen vor – auch die Leser aus anderen Teilen des RZ-Landes sollen sich überraschen lassen. Enttäuschungen, wie beim all zu ambitionierten Relaunch vor 13 Jahren dürften den Stammlesern dieses Mal allerdings erspart bleiben.

Die weitere Premiere des Abends war mein erster Face2Face-Kontakt mit der Rheinzeitung als Bewerber. War ich rund um das Sascha Lobo Event im Mai noch allenfalls interessierter Gast wandelte sich seit Ausschreibung des Volontariats zum Onlineredakteur meine Sicht auf die Rheinzeitung als potentieller Arbeitgeber. Mit dem Einreichen der Onlinebewerbung begann erneut die Zeit des Wartens und der Abend war eine willkommene Abwechslung, mal wieder aktiv etwas zu tun – und sei es nur das Ausspähen der Firmenphilosophie und einiger Köpfe hinter der Rheinzeitung.
Schade aber, dass mich die “offene Bewerbung” ein wenig nachdenklicher macht, als es für einen lockeren Abend angemessen wäre. Da war ich im Mai deutlich entspannter. Small-Talk verschieb ich dann doch lieber auf Twitter ;-)

Schön aber, dass trotz aller persönliche Angespanntheit noch genug Raum blieb, um den ein oder anderen Onlinekontakt neu hinzu zu gewinnen (Grüße an Marcus) und bestehende virtuelle Kontakte (Hallo Heike) mal in der Realität kennen zu lernen. Zu recherchieren hab ich noch den Kameraden a.D., der seinen bemerkenswerten Fundus an Alt-Rheinzeitungsausgaben dabei hatte, ebenso viele bissige Bemerkungen auf Lager hielt, wie mir durch den Kopf schossen und den ich leider im Kampf mit dem Schinkenbrötchen aus den Augen verloren habe – vielleicht findet er ja seinen Weg zu Treffen am 4. September…

This entry was posted in Allgemein and tagged , , . Bookmark the permalink.

One Response to Premierenabend – in doppelter Hinsicht

  1. Pingback: Daniel Lücking

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>