Eine neue Seite und Kategorie bilden den Auftakt zum Thema “Leben in Koblenz”.
Seit einiger Zeit engagiere ich mich als Mitglied im Verein “Bürgerinitiative Lebenswertes Rübenach e.V.” – eine Gruppe aus dem Koblenzer Ortsteil, die vor allem eines weis: “Von Nichts kommt Nichts!”.
- “Da tut sich nix!”
- “Das ist schon immer so gewesen!”
- “Davon darf man sich nichts erwarten!”
- “Das kümmert doch wieder keinen!”
Eine denkbar schlechte Ausgangslage, um aktiv zu werden, doch leider eine über Jahre genährte Realität.
Einige Beispiele:
- Autobahnlärm
- Durchgangsverkehr
- Geschwindigkeitsüberschreitungen
- Bürgersteige, die weder Kinderwagen-Chauffeuren, noch gehbehinderten Menschen etwas nutzen
Seit Jahren entsteht der Eindruck, in Rübenach wird nur das allernötigste gemacht. Die Chancen stehen meist gut, wenn es um Projekte geht, bei denen einzelne Parteien gerade einen sprichwörtlichen Leuchtturm setzen können oder eben ohnehin notwendige Maßnahmen vor den Karren der eignen Partei spannen.
Da gibt es mal eine “schöne Bank” auf dem renovierten Platz in Rübenach oder ein paar Buchenhecken – das war es dann aber schon, denn im Punkte Nachhaltigkeit sieht es dann schon wieder schlecht aus.
Obwohl an einer ehemaligen Bundesstraße mit massig Durchgangsverkehr gelegen, gibt es gerade einmal zwei Zebra-Streifen im Ortskern. Diese liegen dann auch noch im Abstand von rund 300 Metern – auf der ca. 1,7 km langen Ortsdurchfahrt. Zusätzlich sind zwei Querungshilfen an der Aachener Straße zu finden,die den “Sprung” über die Straße erleichtern sollen.
Fußgängerampeln und Zebrastreifen würden dem Fußgänger Vorrang einräumen – scheinen aber (von wem auch immer) nicht erwünscht zu sein. Fußgänger in Rübenach zu sein, ist vor allem im Ortskern ein Erlebnis. Da drückt man sich gern einmal an die Wand oder in einen Hauseingang, um nicht von den Spiegeln der vorbeifahrenden Kleintransporter geköpft oder gewatscht zu werden – bei Tempo 50 ein Erlebnis, auf das jeder sicherlich gern verzichtet.
Offene Ohren in der Verwaltung suchen Rübenacher Bürger bisher vergebens. Einfach umzusetzende Maßnahmen, wie eine Temporeduzierung im Bereich der Gefällestrecke am westlichen Ortseingang für Lastwagen scheitern. Die Querungshilfen als Zebrastreifen zu bevorrechtigen - Fehlanzeige. Sperrung des Ortskerns für den Schwerverkehr – allenfalls zu Baustellenzeiten.
Verwiesen wird mit einer schon fast routiniert anmutenden Regelmäßigkeit auf Zuständigkeiten und Verwaltungsvorschriften – Vernunft? Offenbar auch Fehlanzeige.
Es bleibt zu hoffen, dass sich mit dem neuen Bürgermeister Dr. Joachim Hofmann-Göttig einiges zum Besseren wendet und das Leben der Koblenzer Bürger mehr Aufmerksamkeit erhält, als während der Amtszeit seines Vorgängers.
Mir entstand in den letzten drei Jahren der Eindruck, dass sich in Koblenz rund um den Tourismus viel bewegt - der weniger lukrative Faktor Lebensqualität kaum eine Rolle zu spielen scheint.
Die Beiträge der Kategorie “Leben in Koblenz” landen auf dieser Seite – zum Auftakt in Kürze ein offener Brief an den neuen Oberbügermeister.


